Norwegen Wale :: Treffen in Japan
21. Februar, 2007 von Moderator
Deutschland boykottiert “Normalisierungstreffen” zum Thema Walfang
Die japanische Regierung hatte vom 13. bis 15. Februar die Mitgliedstaaten der Internationalen Walfangkommission IWC zu einem so genannten “Normalisierungstreffen” nach Tokio eingeladen. Ziel dieses Treffens sollte die Verabschiedung von Änderungsvorschlägen für die kommende IWC-Tagung sein, um die Wiederaufnahme des kommerziellen Walfangs zu vereinfachen.
Obwohl das Moratorium aus dem Jahr 1982 kommerziellen Walfang verbietet, betreiben zurzeit die drei IWC-Mitgliedsstaaten Norwegen, Island und Japan Walfang. Japan nutzt eine Ausnahmeregelung der Konvention und betreibt Walfang zu rein wissenschaftlichen Zwecken. Obwohl dies offenkundig angezweifelt werden darf. Island hat, genau wie Norwegen, offiziell Vorbehalt gegen das Moratorium eingelegt und betreibt außerdem ebenfalls wissenschaftlichen Walfang.
Seit Vereinbarung des Moratoriums wurden bereits über 25.000 Großwale durch die Walfangnationen getötet. Die deutsche Bundesregierung hat das Moratorium von Beginn an befürwortet und setzt sich in den IWC-Verhandlungen zusammen mit anderen führenden Walschutznationen für dessen Beibehaltung und Einhaltung ein. Auch aus diesem Grund wurde deshalb das Treffen in Tokio von der großen Gruppe der Walschutzländer - darunter auch Deutschland - boykottiert. Unter dem Strich ist das Ergebnis des Treffens der Walfangbefürworter, wie zu erwarten, die Fortführung des bereits betriebenen Walfangs.
Das Treffen in Tokio hat aber gezeigt, dass Japan nicht bereit ist von seiner Position abzurücken. Man hält am Walfang fest, räumt jedoch ein, diesen nicht mehr als “wissenschaftlichen” Walfang zu deklarieren. Absurderweise gibt es für das durch die Jagd gewonnene Fleisch offensichtlich nicht einmal einen Absatzmarkt. Das der kommerzielle Walfang in irgendeiner Weise sinnvoll ist, belegt die Tatsache, dass Tausende Tonnen in Kühlhäusern lagern und letztes Jahr sogar Teile davon zu Hundefutter verarbeitet wurden. Zudem hat Japan in den vergangenen Jahren hunderte Millionen Yen an Entwicklungshilfe an Länder gezahlt, die den japanischen Standpunkt bei der IWC unterstützen. Dieses Vorgehen der Beeinflussung ist klar abzulehnen.
Ausgeschlossen von diesem Moratorium ist der Walfang durch indigene Bevölkerungsgruppen, da dieser hier zur Versorgung des Eigenbedarfs in traditioneller Weise in der nördlichen Polarregion betrieben wird. Die IWC vergibt entsprechend so genannte Subsistenzwalfang-Quoten unter anderem an die Inuit-Gemeinschaften Alaskas und Russlands. Diese Art des Walfangs kann und soll nicht verurteilt werden, da es sich hierbei um eine nachhaltige, den Walbestand nicht gefährdende Art des Walfangs handelt.
Trotzdem muss klar sein, dass der kommerzielle Walfang - offiziell oder unter dem Deckmantel der Wissenschaft betrieben - unumkehrbare Folgen für das marine Ökosystem nach sich zieht. Wale spielen im marinen Ökosystem und Nahrungsnetz eine wichtige Rolle. Wissenschaftler gehen davon aus, dass die Besiedelung des Tiefsee-Ökosystems maßgeblich durch auf den Grund gesunkene Walkadaver begünstigt wird. Durch die systematische Jagd auf Großwale, bleibt diese Nahrungsquelle aus, was mit großer Wahrscheinlichkeit erhebliche Auswirkungen auf das Tiefsee-Ökosystem hat.
In Zeiten wachsender weltweiter Bedrohung für die biologische Vielfalt ist das Treffen der Walfangbefürworter in Tokio ein fatales Signal. Nicht weniger, sondern mehr Schutz für die Meere und die großen Meeressäuger ist dringend geboten. Deutschland muss auch in Zukunft den konsequenten Weg gegen den Walfang weiter gehen. (Quelle: ots/CDU/CSU. 16.02.2007)
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